Kleidung aus dem Meere
Die moderne Industrie hat es fertig gebracht, daß sich wie wir dem bekannten Familienjournal "Das Buch für Alle" entnehmen, die Menschheit ausschließlich mit Stoffen zu bekleiden vermag, die aus dem Meere stammen.
Stiefel und Schuhe können ohne weiteres aus der gegerbten Haut des Walfisches und des Delphins gearbeitet werden.
Strümpfe und Unterkleider können aus Muschelseide, einem Gespinst der Steckmuschel, das in Feinheit und Glanz der echten Seide fast gleichkommt, gewebt oder gestrickt werden.
Zu Oberkleidern würde sich die gegerbte Haut der Aalraupe, die schon von den Tataren seit Jahrhunderten zu diesem Zwecke gebraucht wird, gut eignen; ebenso die Haut des Lachses. Um die Kleider zu nähen, kann man sich präparierter Walroßsehnen oder auch der Fäden aus Muschelseide bedienen.
Für Knöpfe ist eine große Auswahl von Matertal vorhanden. Permutterknöpfe die in allen Farben schillern, vom reinsten Weiß bis zum dunkelsten Blau und Schwarz.
Für den Sommer würde sich ein Strohhut aus einer Art von japanischem Seegras mit einem Band aus Byssusseide vorzüglich eignen; Winterhüte könnte man aus dem Filz machen lassen, das aus einer Seetangart, die in Massen in der Nordsee wächst, hergestellt wird.
Die Haut der Flachfische (Schollen, Stein- und Heilbutt) gibt weiches, biegsames Leder, das dem feinsten Ziegenleder ähnelt.
In der Nähe von Calais in Frankreich besteht übrigens schon eine Fabrik, die diesen neuen Industriezweig mit großem Erfolg betreibt und prachtvolles Handschuhleder aus Heilbutthaut herstellt. Schmuckgegenstände aus Korallen und Perlen brauchen wir als bekannt wohl kaum zu erwähnen.
