Weihnachtsgedichte

Einer Toten - von Agnes Miegel

So oft noch träumt mir, ich sei wieder Kind,
und habe einen bösen Streich begangen,
und halb noch trotzig, halb vor Tränen blind,
bin leise ich vor deine Tür gegangen.


Christkind - von Emma Lehn

Winter ist's. Der Sturmwind zieht
hin mit düstrem Blasen,
müde schon der Abend sinkt
über Turm und Straßen.
Doch im traulichen Gemach
bei des Feuers Scheine
stört des Windes Sausen nicht
und sein trüb Gegreine.


Knecht Ruprecht - von Theodor Storm

Von drauß' vom Wald komm ich her;
ich muss euch sagen, es weihnachtet sehr!
Allüberall auf den Tannesnpitzen
sah ich goldene Lichtlein sitzen;
und droben aus dem Himmelstor
sah mit großen Augen das Christkind hervor,
und wie ich so strolcht' durch den finstern Tann,
da rief's mich mit heller Stimme an:


Alle Jahre wieder - von W. Hen

Alle Jahre wieder kommt das Christuskind
auf die Erde nieder, wo wir Menschen sind.


Der Traum - von Hoffmann von Fallersleben

Ich lag und schlief; da träumte mir
ein wunderschöner Traum:
es stand auf unserm Tisch vor mir
ein hoher Weihnachtsbaum.


Weihnacht von M.F.Ph. Bartsch - Morgen Kinder wird's was geben

Morgen, Kinder, wird's was geben,
morgen werden wir uns freu'n.
Welch ein Jubel, welch ein Leben
wird in unserm Hause sein!
Einmal werden wir noch wach,
heisa, dann ist ist Weihnachtstag.


Ei du lieber, heil'ger Christ,

Ei du lieber, heil'ger Christ,
komm nur nicht, wenn's dunkel ist,
komm im hellen Mondenschein,
wirf mir Nüss' und Äpfel 'rein.

Altes deutsches Kinderlied


Weihnachten

Die Tage kommen, die Tage gehn,
der schönste Tag hat kein Bestehn,
ob Lenz und Sommer schmückt die Welt,
rasch kommt der Herbst ins Stoppelfeld,
es saust, es schneit, es friert; doch dann -
das Christkind zündet die Lichter an!


Am Abend vor Weihnachten

Dämmerstille Nebelfelder,
schneedurchglänzte Einsamkeit,
und ein wunderbarer weicher
Weihnachtsfriede weit und breit.


Erwartungen der Weihnacht - von Otto Ernst

Noch eine Nacht - und aus den Lüften
herniederströmt das goldne Licht
der wundersamen Weihnachtsfreude,
verklärend jedes Angesicht.
Und wieder klingt die alte Sage:
Wie einst die Lieb geboren ward,
die unbegrenzte Menschenliebe
in einem Kindlein hold und zart.


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